Begriffe für das lange Schwert nach der Tradition von Johannes Liechtenauer.
Fechten
- Bloßfechten: Fechten ohne Rüstung.
- Harnischfechten: Fechten in Rüstung.
- Roßfechten: Fechten zu Pferd.
Schwert
- Ort: Die Spitze der Klinge.
- Kreuz: Die Parierstange des Schwertes.
- Lange Seite: Die Schneide, die Richtung Finger zeigt.
- Kurze Seite: Die Schneide, die Richtung Handfläche zeigt.
- Stärke: Der Bereich der Klinge nahe des Griffes.
- Schwäche: Der Bereich der Klinge nahe des Ortes.
Vier Huten
- Am Tag: Schwertgriff an der Schulter und Ort zeigt nach oben. (Hammergriff)
- Alber: Schwertknauf an Hüfte und Ort zeigt zum Boden. (Hammergriff)
- Pflug: Schwertknauf an Hüfte und Ort zeigt zum gegnerischen Hals. (Daumengriff)
- Ochs: Schwertgriff über dem Kopf und Ort zeigt zum gegnerischen Hals. (Daumengriff)
(Vier Hängen: Pflug links/rechts, Ochs links/rechts)
Initiative
- Vor: Bedrohungen aktiv initiieren.
- Nach: Auf Bedrohungen reagieren zu müssen.
- Indes: Durch eine Aktion aus dem Nach in ein Vor zu wechseln.
Drei Wunder
- Hau: Schlag mit der Schneide. (Oberhau und Unterhau)
- Stich: Penetration mit dem Ort.
- Schnitt: Ziehender/Schiebender Druck mit der Schneide.
Abwehr
- Versetzen: Ablenken eines gegnerischen Angriffs mit der eigenen Klinge. 1
Mensur (Abstand)
- Weite Mensur: Abstand, aus dem mit einem Schritt NICHT angegriffen werden kann.
- Zufechtmensur: Abstand, aus dem mit einem Schritt angegriffen werden kann.
- Kriegsmensur: Abstand, aus dem ohne einen Schritt angegriffen werden kann.
- Armringenmensur: Abstand, aus dem der gegnerische Arm gegriffen werden kann.
- Leibringenmensur: Abstand, aus dem der gegnerische Leib gegriffen werden kann.
Mensur – Techniken
- Nachreisen: Wenn der Gegner sich verhaut oder zu lange für einen Hutübergang benötigt schlage sofort zur offenen Blöße.
- Überlaufen: Wenn der Gegner zum vorderen Bein schlägt, dieses an das andere Bein zurückziehen und sofort zum Kopf schlagen.
Bindung (Klingenkontakt)
- Anbinden: Man bring sein Schwert in Kontakt mit dem des Gegenübers.
- Abziehen: Man löst den Kontakt des eigenen Schwertes mit dem des Gegenübers.
- Absetzen: Einen Stich/Hau mit der eigenen Klinge versetzen und gleichzeitig mit dem Ort einstechen.
- Fühlen: Den Druck (weich oder hart) des gegnerischen Schwertes in der Bindung erspüren.
Bindung – Techniken 1
- Abnehmen: Die eigene Klinge, an der des Gegners, nach oben führen und dann auf der anderen Seite angreifen. 3
- Zucken: Ruckartiges zurückziehen der Waffe aus dem Band und sofortiger Angriff. 3
- Durchwechseln: Den Ort absenken und die eigene Klinge auf die andere Seite der gegnerischen Klinge wechseln. 3
- Schnappen: Rotiere das Schwert um den Griff (über die gegnerische Klinge) und schlag mit der anderen Klingenseite. 3, 4
Bindung – Techniken 2
- Einwinden: Das Hineindrehen der Klinge gegen den Druck des gegnerischen Schwertes. (Ermöglicht einen Stich von der Innenseite.) 2
- Auswinden: Das Herausdrehen der Klinge entlang des Drucks des gegnerischen Schwertes. (Ermöglicht einen Stich von der Außenseite.) 3
- Mutieren (Verändern): Man fährt mit der eigenen Klinge über das gegnerische Schwert und sticht zur unteren gegnerischen Blöße. 2
- Duplieren (Verdoppeln): Man fährt mit der eigenen Klinge über das gegnerische Schwert und schlägt auf die gegenüberliegende Blöße. 3
Vier Versetzen (4 der 5 Meisterhäue, es fehlt der Zornhau)
- Zwerchhau: Ein Schnappen über dem Kopf. (Bricht die Hut Vom Tag.)
- Scheitelhau: Ein hoher senkrechter Hieb. (Bricht die Hut Alber.)
- Schielhau: Ein impulsartiges Absetzen. (Bricht die Hut Pflug.)
- Krumphau: Ein Schnappen vor dem Körper. (Bricht die Hut Ochs.)
1 Unschön, da man mit dieser Technik im “Nach” bleibt.
2 Effektiv, wenn der Gegenüber weich in der Bindung ist.
3 Effektiv, wenn der Gegenüber hart in der Bindung ist.
4 Die Technik kann auch ohne Bindung ausgeführt werden.